Die 10 teuersten Perlenanhänger der Welt

Perlen mit ihrem zarten Schmelz faszinieren. Seit Jahrhunderten untermalen sie den Teint schöner Frauen und umrahmen kostbare Edelsteine in wertvollen Schmuckstücken. Bis heute sind sie ein Zeichen von Luxus mit ständig steigendem Wert.

Schon 2500 Jahre vor Christus wurden Perlen in China gehandelt. Der Buddhismus zählt die Perle zu den acht kostbarsten Dingen und verehrt sie als Geschenk des Gottes Vishnu. Im alten Rom waren Perlenanhänger begehrt und galten als Ausdruck von Macht und Schönheit. In der Renaissance finden sich Perlen als Anhänger und in den Juwelen der Könige. Mit dem Aufstieg des Bürgertums erobern sich Perlen ihren Platz als kostbarer Schmuck der Upperclass.

Schon immer gab es das Bestreben, Perlen zu züchten. Dies gelang erst Anfang des 20. Jahrhunderts dem Japaner Kokichi Mikimoto. Die Akoya, seine Zuchtperle aus dem Salzwasser, gilt neben den Naturperlen als wertvollste der Welt. Gemeinsam erzielen sie Höchstpreise auf internationalen Auktionen.

1. Das Schmuckstück einer Königin

Die Liebe zum Luxus und zu schönem Schmuck brachte die französische Königin Marie-Antoinette aufs Schafott. Vorher konnte sie jedoch noch einige ihrer Kostbarkeiten ins Ausland bringen lassen. Darunter einen mit Diamanten besetzten Perlenanhänger, der 2018 bei Southeby’s auf einer Auktion in Genf sämtliche bisherigen Preisgrenzen sprengte.

Das Schmuckstück gilt somit als teuerster Perlenanhänger der Welt. Aufgerufen wurde der Schmuck mit 1,8 Millionen Euro. Nur vierzehn Minuten dauerte das Prozedere. Dann erhielt ein europäischer Privatsammler für 28,1 Millionen Euro den Zuschlag. Inklusive Gebühren wechselte der Schmuck für 32 Millionen Euro den Besitzer.

Die barocke, tropfenförmige Naturperle ist 26 mal 18 Millimeter groß, wird von einer schmalen Goldfassung mit einer Diamantschleife und einem größeren Diamanten verbunden. Getragen wurde sie an einer Perlenkette.

Bisher befand sich der Perlenanhänger in adligem Privatbesitz. Nach seiner heimlichen Reise nach Belgien im 18. Jahrhundert wurde er in Wien, der Heimatstadt der Königin, dem einzigen überlebenden Kind der Marie Antoinette übergeben und gelangte so in den Besitz der Familie Bourbon-Parma, die ihn bis heute verwahrte.

2. Ein Anhänger der Queen von Hollywood: La Peregrina

Bis 2011 galt ein Perlenanhänger aus dem Besitz der amerikanischen Schauspielern Elizabeth Taylor als teuerster Anhänger mit einer Perle. Er gehörte zu einem mit Rubinen besetzten Diamanthalsband, das aus den Kronjuwelen des spanischen Königshauses stammte.

Der Perlenanhänger erzielte nach dem Tod der legendären Schönheit einen Preis von 10 Millionen Euro auf einer New Yorker Auktion von Christie’s und ging an einen privaten Sammler. Die 13,2 Gramm schwere La Peregrina, die Pilgerin, gehört zu den schönsten Perlen der Welt. Sie wurde von Königinnen, wie Maria Tudor und Queen Victoria, getragen und schmückte das Dekolleté einer der schönsten Frauen des 20. Jahrhunderts: Liz Taylor.

Taylors Sammlung galt als eine der auserlesensten der ganzen Welt. Richard Burton hatte nicht unwesentlich dazu beigetragen und ihr bedeutende Juwelen geschenkt. Doch auch andere Liebhaber und Freunde beglückten die Schauspielerin mit Kostbarkeiten. Darunter Michael Jackson, der ihr einen Saphir-Ring mit Diamanten schenkte.

Fast wäre La Peregrina verloren gegangen. Liz Taylor verlor die Perle beim Tanzen in ihrer Wohnung. Später fand sie sich: Einer ihrer Welpen hatte die Perle entdeckt und Geschmack an ihr gefunden.

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3. La Regente – teures Schmuckstück mit wechselvoller Geschichte

Der Perlenanhänger ging durch viele Hände, bevor er 2005 für 2,1 Millionen bei Christie's versteigert wurde. Napoleon Bonaparte schenkte die Perle als Teil eines Diadems seiner zweiten Gattin anlässlich der Geburt ihres Sohnes. Seitdem gehörte sie zu den französischen Kronjuwelen. Unter Napoleon III. wurde La Regente zum Herzstück einer Brosche, die Kaiserin Eugenie, eine große Perlenliebhaberin, trug.

Als der Kronschatz Frankreichs mit dem Niedergang der Monarchie 1887 verkauft wurde, bekam der Hofjuwelier des Zaren, Fabergé, den Zuschlag. Seitdem gehörte sie der russischen Großfürstin Jusupov. In den Wirren der Revolution floh deren Sohn Felix mit seiner Gattin nach Paris. Im Gepäck hatten sie zwei Rembrandt-Gemälde und einige Schmuckstücke, darunter: La Regente. Der Verkauf der Preziosen sicherte ihm und seiner Gattin das Überleben in Frankreich.

Siebzig Jahre verlor sich die Spur der Perle. Dann wurde sie anonym in New York zum Kauf angeboten. Später erschien sie in Genf auf einer Auktion. Heute ist sie Teil einer privaten Sammlung.

4. Perlenanhänger mit Krone: die Hope-Perle

Ein kronenförmiger Anhänger umfasst die Hope-Perle, eine der berühmtesten Perlen der Welt. Sie gehörte, wie der bekannte Hope-Diamant, zur legendären Sammlung des britischen Bankiers Henry Philipp Hope.

Die Blisterperle zeigt eine deutliche Trennspur am unteren Ende. Naturbedingt wachsen Blisterperlen um einen in die Muschel eingedrungenen Fremdkörper als Halb- oder Dreiviertelperle herum und werden dann von der Schale geschnitten.

150 x 83 x 50 Millimeter ist die tropfenförmige Naturperle groß. Ihre Färbung verläuft fließend und reicht von schimmerndem Weiß am oberen Teil über Grau und Violett bis zu einem dunklen Bronzeton am unteren Ende. Gehalten wird sie von einem Anhänger in Form einer Krone. Diamanten, Smaragde und Rubine zieren das Schmuckstück, das an einer Kette getragen werden kann.

Die Geschichte der Perle ist wechselvoll und weist viele dunkle Stellen auf. Wo genau sie gefunden wurde, ist nicht bekannt. Im 17. Jahrhundert gelangte sie aus Indien nach Frankreich an den Hof Ludwigs XIV. Um 1800 muss Hope sie erworben haben. Nach dem Tod des Bankiers wurde sie in Ausstellungen gezeigt und Museen als Leihgabe zur Verfügung gestellt. 1886 kam die Sammlung unter den Hammer des Auktionshauses Christie’s und ging für 9000 Pfund an einen Londoner Juwelier.

Schon 1913 wurde der Wert der Perle auf 17.000 US-Dollar geschätzt. 1975 kaufte der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, H. E. Mohammed Mahdi Al-Tajir, den Anhänger mit der Hope-Perle zu einem Preis von 200.000 Dollar. Heute ist der Anhänger Eigentum eines anonymen Privatsammlers aus England und wird als Leihgabe im British Museum of Natural History ausgestellt.

5. Begleiterin der „Peregrina“, ein spanisches Kleinod

Als einer der kostbarsten Perlenanhänger gilt die Perle „Karl II. von Spanien“, die sich noch heute im Besitz des spanischen Königshauses befindet. Lange Zeit galt sie als die eigentliche Peregrina, dann wurde sie jedoch als „Begleiterin der Peregrina“ identifiziert. Beide Perlen wurden zeitweise zusammen getragen, daher stammte der Name.

Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gehört die Perle „Karl II. von Spanien" zum noch heute reichhaltigen Kronschatz Spaniens. 223,8 Grains wiegt die natürlich gewachsene rundliche Perle. Lange galt sie als verschollen. Als 1734 ein großer Brand den alten Königspalast von Madrid heimsuchte, verschwand die Perle spurlos.

Ende der Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts rückte die Perle „Karl II. von Spanien“ wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Die damalige Königin, Victoria Eugenie von Spanien, erwähnte das Kleinod mehrmals und vermachte es ihrem Sohn.

Königin Sophia von Spanien trug die Perle bis zur Abdankung Ihres Gatten, Juan Carlos I., oft bei offiziellen Anlässen als Perlenanhänger eines Colliers.

6. Geheimnisvolle La Pelegrina

Sie gilt als eine der makellosesten Perlen der Welt: ein himmlischer Schmelz, ein herrlicher Lüster, ganze 33,3 Karat, eine perfekt runde Form. Dieses Idealbild einer Perle umranken Mythen.

Philipp II. von Spanien soll sie im 16. Jahrhundert für 50.000 Golddukaten erworben haben. Als seine Tochter, Maria Theresia, die Infantin von Spanien, nach Frankreich ging, um dort an der Seite von Ludwig XIV. die französische Krone zu tragen, begleitete sie das einzigartige Schmuckstück.

Mit der Auflösung der französischen Monarchie kam La Pelegrina ins weite Russland und gelangte in den Besitz der sagenhaft reichen Tatjana Jusupov, der schon ein anderes berühmtes Schmuckstück, die Perle La Regente, gehörte. Die Großfürstin trug die Perle zunächst als Ohrring, später wurde sie als Anhänger an einer Kette getragen. Auch dieses Kleinod begleitete den Fürsten Felix Jusupov auf seiner Flucht vor den Revolutionären. So kam es zunächst an einen Juwelier in der Schweiz. 1987 wurde der Perlenanhänger bei Christie’s in Genf versteigert und erzielte einen Preis von 467.123 US Dollar. Er soll sich im Besitz eines amerikanischen Sammlers befinden.

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7. Seltenes aus dem Salzwasser

Perlen werden an einer Kette getragen, als Anhänger für Ohrringe verwandt oder sie finden sich in Diademen und Broschen. Nicht selten werden die Schmuckstücke immer wieder umgearbeitet und die Perle bekommt eine neue Fassung. Nicht selten wird eine hochwertige Zuchtperle mit Naturperlen kombiniert.

So war es auch bei einer der teuersten, natürlich entstandenen Salzwasserperlen, die in Salisbury bei Woolley and Wallis versteigert wurde. 830.000 Euro zahlte ein Londoner Juwelier für die 8,6 Gramm wiegende und 16,5 Millimeter große Perle mit weißgrünem Orientschimmer. Sie gilt als eine der größten ihrer Art.

Bisher wurde die Perle einseitig durchbohrt als Ohrring getragen. Ihr Pendant war eine Zuchtperle. Als Ursprungsort wird wegen ihrer außergewöhnlichen Größe Panama oder Australien vermutet. Bis zu zehn Jahre soll sie gewachsen sein. Das kostbare Einzelstück eignet sich perfekt für einen wundervollen Perlenanhänger, der sich an einer exklusiven Kette tragen ließe.

8. Perlen der Südsee

Silbrig weiß schimmert der Lüster, manche Exemplare sind sogar goldfarben: Natürliche Südseeperlen gehören zu den schönsten Exemplaren. Sie wachsen im äquatorialen Klima an den Küsten von Nordaustralien und Indonesien und erreichen mehr als 20 Millimeter im Durchmesser.

Doch nicht alle Austern im enthalten eine Perle. Funde sind sehr selten. Der Preis ist daher entsprechend hoch. 100.000 Euro und mehr werden für diese kostbaren Naturperlen gezahlt. Perlenanhänger sind entsprechend kostspielig und gehören zum wertvollsten Perlenschmuck der Welt.

Eine Alternative ist die deutlich günstigere Zuchtperle, die heute in australischen, indonesischen und philippinischen Farmen wächst. Die Pinctada maxima ist eine Perlmuschel mit sicherem Ertrag. Dennoch ist die Produktion aufwendig. Nur alle zwei Jahre kann geerntet werden. Australien ist mit 40 Prozent und qualitativ hochwertigen Südseeperlen führend auf dem Weltmarkt. Indonesien und die Philippinen sind weitere Produzenten. Perlenanhänger mit einer Zuchtperle gibt es schon ab etwa 1000 Euro.

9. Die Zuchtperle des Kokichi Mikimoto

Perlen waren schon immer begehrt. Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts boomte die Nachfrage. Das reiche Bürgertum liebte den sanften Schimmer und wünschte sich um die Jahrhundertwende hochwertigen Schmuck.

Ein Japaner experimentierte lange, bis es ihm gelang, die erste kreisrunde Perle im Salzwasser zu züchten. Kokichi Mikimoto stammte aus einer Familie von Restaurantbesitzern. Dreißig Jahre brauchte er, bis die erste echte Zuchtperle entstand. Er startete 1899 mit einer Boutique in Tokyos Modebezirk, um seine Akoya-Perlen zu verkaufen. Bald expandierte er und eröffnete 1910 eine Filiale London. Es folgten alle großen Hauptstädte der Welt. Ketten und Anhänger im Jugendstil- und Art-déco-Design wurden mit Akoya-Perlen kreiert. Kokichi Mikimoto wurde zum "King of Pearls".

Die Zuchtperle des Japaners Mikimoto feierte Erfolge in der Modewelt. Coco Chanel trug Mikimoto. Marylin Monroe hatte eine Kette. Die First Lady Amerikas Jackie Kennedy schmückte sich mit der Zuchtperle. Der Preis liegt heute zwischen 150 Euro für eine Perle. Für eine einfache Zuchtperle als Kettenanhänger ist mit etwa 300 Euro zu rechnen.

10. Perlen aus dem Süßwasser

Während heute in Süßwasser gezüchtete Perlen meist aus China kommen, gibt es doch eine kostbare Perlenart, die im Süßwasser entstanden ist. Sie hängt eng mit der Entwicklung der Zuchtperlen in Japan zusammen.

Im legendären Biwa-See wurde mit der Züchtung von Perlen experimentiert. Nach vielen Fehlschlägen entstanden hier farbige Zuchtperlen mit starkem Lüster und ebener Oberfläche in einer Vielzahl von Farbtönen. Von Cremeweiß über Lachsfarben bis Weinrot und Violett reichte die Farbscala. Ihre Formen wirkten barock und individuell.

Anfangs waren die im Süßwasser gezüchteten Perlen günstig. In den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts avancierte die im Süßwasser gewachsene Biwa-Perle zum Modeschmuck par excellence. Doch in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts ging die Produktion zurück. Die Preise begannen rapide zu steigen. Aufgrund von Umwelteinflüssen versiegte die Produktion in den neunziger Jahren vollständig. Biwa-Perlen wurden nicht mehr produziert. Große Einzelexemplare erzielten plötzlich Höchstpreise auf internationalen Schmuckauktionen. Für einzelne fantastisch geformte Biwa-Perlen zwischen zehn und fünfzig Karat werden bis zu einigen tausend Euro gezahlt.

Perlenanhänger sind nicht nur ein temporär begehrter Schmuck, sie sind ebenso eine Wertanlage, die über sich hinausweist. Manche Schmuckstücke bleiben über Generationen in den Familien. Viele haben eine wechselvolle Geschichte. Der Verkauf des Schmucks half über Notzeiten und begründete nicht selten eine neue Existenz. Wer heute in Museen und Auktionen auf die schönen Einzelstücke trifft, ist fasziniert von ihrer Ausstrahlung, die die eindrucksvollen Schmuckstücke nicht nur ihrem Lüster verdanken, sondern auch ihrer historischen Aura. Schmuck schreibt und erzählt Geschichten. Vor allem ist er Teil des persönlichen Lebens.

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